Achtsamkeit - die besondere Form von Aufmerksamkeit

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Achtsamkeit - die besondere Form von Aufmerksamkeit

Während binnen Sekunden die Überschrift achtlos überflogen wird, wandert auch schon ganz hektisch der nächste Blick zum vibrierenden Handy. Man könnte ja was wichtiges auf Facebook verpassen. Weltbewegende Dinge wie: Jemand sitzt aufn Klo und Freunde finden´s toll.

Klingeltiraden verschiedener Benachrichtigungstöne quälen das Ohr in einer Tour. Nebenbei läuft natürlich die Flimmerkiste begleitet vom nervösem Herumzappen zwischen den einzelnen Fernsehkanälen. Auf das Abendprogramm will natürlich auch nicht verzichtet werden, selbst wenn gar nicht hingeschaut wird. Wem das noch zu wenig ist, der bekommt den Handy-Nacken gratis dazu. Die neue Volkskrankheit.

 

Die Frage "Was passiert alles in 1 Minute" wird erfolgreich abgelöst von "Was passiert alles innerhalb einer gelesenen Überschrift?" Richtig. Das Schlüsselwort ist Reizüberflutung - und das in jeder erdenklichen Form. Unangefochtener Spitzenreiter ist immer noch die mediale Überfrachtung. Mit dieser erschreckend hohen Geschwindigkeit der Digitalisierung  kann kaum noch jemand Schritt halten. Also halten wir doch mal für einen kurzen Moment inne.

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So, weiter geht´s.

Was war nochmal das Thema? Ach ja. Achtsamkeit

Wir leben in einer Zeit, in der Worte wie Gelassenheit, Ruhe und Geduld schon fast zu Fremdworten werden. Die unaufhaltsame Hektik bestimmt den Alltag  und nistet sich ungefragt in Berufs- und Privatleben ein.  Sozialer Stress  - die neue Kernkompetenz. Schnell, schneller, Burnout. Telefonierte man früher, Whatsappt sich heute die Menschheit über den ganzen Tag hinweg. Eine Antwort muss sofort erfolgen. Schließlich zeigen die blauen Häkchen ja an, dass die Nachricht gelesen wurde. Stasiartiges Verhalten keimt plötzlich in der Web-Welt auf. Unkontrolliert wächst eine Ungeduldskultur heran. Und die  suggerierte Antwortgeschwindigkeit steigt dabei ins Unermessliche. Bei dem ganzen Tempo verlieren wir aber leider das Wesentliche aus den Augen. Uns.
Sofern Du jetzt nicht grad dem Geschwindigkeitsrausch verfallen bist nehme ich prophylaktisch mal wieder etwas Beschleunigung raus und bremse mal ab. 

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema?

Der innere Drang über etwas sprechen zu wollen entspringt ja meistens der eigenen Erfahrung. So ist es kaum verwunderlich, was nun folgen wird. Auch ich konnte mich mal denjenigen anreihen, die sich selbst außer Acht ließen. Nur funktionierten, sich einfach nie eine Pause gönnten und versuchten  mit einem Affenzahn, fast kometenhaften Geschwindigkeit, alles unter einem Hut zu bekommen.

Bilanz die mir diese Superkompetenz eingebracht hat: eine 3-fache Synkope, Gewichtsabnahme, Job-Verlust. Ach ja, damit das Rundum-Paket vollständig ist - eine Trennung gab es noch als Sahnehäubchen dazu.

Familie und Freunde waren irgendwie auch nicht in greifbarer Nähe. So ereilte mich ein Punkt, von dem ich immer dachte: Das kann mir nicht passieren. Weit gefehlt.  Wie sich Verlust anfühlt, habe ich leider oft genug - über mein Leben verteilt - erfahren. Angefangen mit dem Tod meines Vaters. Doch wie es sich anfühlen mag, wenn plötzlich der Tunnelblick  einen selbst ins Visier nimmt  und alles in einer Einbahnstraße mündet, habe ich zum allerersten Mal dieses Jahr im Januar erlebt. Bittere Einsamkeit. Erdrückende Auswegslosigkeit. Das Ende von Lebensmut.

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Tatsächlich der Anfang vom Ende?

Aufgeben war nie eine Option für mich und doch ist es passiert -  in einem Augenblick, geballt und überladen mit zu viel von allem. Von allem, was mein Leben mit einer gewaltigen Wucht aus den Fugen geraten ließ. Meine wunderbaren Stützpfeiler des Kampfgeistes und der Resilienz habe ich irgendwann auf meinem Weg verloren und bin erkrankt. Zu viel habe ich mir aufgebürdet, einmal zu viel meine Grenzen überschritten und Ruhepausen nie zugelassen.  Mit mir selbst, muss ich gestehen, bin ich sehr unachtsam umgegangen und so wurden "Burnout" und "Panikstörung" meine neuen Wegbegleiter.  Hier hätte ich mir einen Partner gewünscht, der mich in der Klinik besucht, meine Hand gehalten und mir gesagt hätte, dass alles gut wird. Es gab ihn nicht.

Engel fliegen einsam

Meine Flügel waren gebrochen. Heute sind sie wieder etwas geheilt. Doch das erforderte die nötige Zeit dazu. Zeit, in der ich mal nicht fliegen sollte - nicht weg, nicht hoch. Manchmal ist es sinnvoll zu bleiben wo man ist, um  sich erneut zu sammeln. Die Situation mit Bedacht und Achtsamkeit einfach nur zu beobachten. Denn nur wer erst beobachtet, kann bewusst Dinge um sich herum sehr gut ohne Bewertung wahrnehmen, die er ohne diese Fähigkeit verpasst hätte. Gelernt, gut zu sich zu sein und zu genießen habe ich nie. Aber in jedem Augenblick wohnt ein Anfang und den habe ich mit 36 Jahren begonnen.

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Aufstehen, Krönchen richten - und weiter geht´s

Die Zeit des Klinikaufenthaltes, in dem jeder Tag härter zu meistern war als der andere, verbuche ich zu den schwierigsten in meinem Leben. Gewünscht habe ich mir so sehr einen Partner an meiner Seite, der mir in dieser kräftezehrenden Zeit Mut und Halt gespendet, der mir durch das Gefühl der Liebe und Zuwendung etwas Leichtigkeit gegeben hätte. Leichtigkeit,  den schweren Weg Schritt für Schritt auch gehen zu können. Einen Pfad, der mich wohl  noch aktuell manches Mal zu Fall bringen wird. Es gab ihn nicht, diesen Partner. Die innigsten Versprechen waren letztlich nur Worte ohne Inhalt. Bereits am Boden zu liegen und dann noch mit Füßen getreten zu werden ist sehr unfein. Letztlich hat es noch mehr Stärke in mir hervorgebracht und ich kann sagen: Ich bin glücklich!

Was ich Dir gern mit auf den Weg geben möchte

Menschen wachsen über sich hinaus, wenn sie sich außerhalb ihrer Komfortzone bewegen. Diese Sicherheit abzugeben und ins Ungewisse zu schreiten, erfordert Mut, die Angst zu überwinden. Angst davor, Enttäuschung und tiefen Schmerz zu erfahren.

Erfahrungen werden anfangs meist als negativ bewertet, weil man sie durch das Gefühl der Trauer als schlecht für sich empfindet. Doch alles braucht seine Zeit, um letztlich in etwas vermeintlich Schlechtem, das Gute zu entdecken.


NICHTS SEHEN

NICHTS HÖREN

NICHTS SAGEN



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Kommentare: 2
  • #1

    Uwe Pfatschbacher (Sonntag, 13 November 2016 13:27)

    Hallo Jenna, ich bin jetzt seit mehr als 10 Jahren krank. Depressionen, Panik- und Angstattacken, Fibromyalgie, Restless Legs, Polyneuropathie, Sozialphobie und Bandscheiben Vorfall. Ich sehe einfach kein Licht am Ende des Tunnels. Aber ich bin immer noch da, das lässt mich ein wenig hoffen. LG Uwe

  • #2

    Jenna (Sonntag, 13 November 2016 13:55)

    Lieber Uwe, das zu lesen erschüttert mich sehr und ich wünsche mir für Dich, dass Du niemals aufgibst und an Dir zweifelst. Du bist nicht allein.
    Ganz herzliche Grüße Jenna